Klinikum will Hebammenschülerinnen schlechter stellen

Robin Grewing

Täglich grüßt das Murmeltier: 

Erneut scheint die Klinikum-Geschäftsführung zu versuchen, die Verhandlungen zur Tarifeinigung hinauszuzögern. Die Beschäftigen des Klinikums haben ewig lange mit ihrer Gewerkschaft dafür gekämpft, dass alle Mitarbeitenden von Tariferhöhungen profitieren – auch diejenigen, die nur nach Haustarif bezahlt werden. Nachdem die Beschäftigten sich endlich durchsetzen konnten, zieht die Geschäftsführung ihren nächsten Trick aus der Mottenkiste. Die Hebammenschülerinnen, so sagt die Geschäftsführung, seien in den Verhandlungen nicht mitgemeint gewesen, weshalb man denen die Tariferhöhung nicht bezahlen müsste. Mit diesen unsinnigen Argumenten wird jetzt offenbar seitens des Klinikums versucht, die Tarifeinigung nochmals zu verzögern. 

Scheinbar verdienen Hebammen und Krankenhauspersonal wohl zu viel Geld und sollten deshalb nicht nach Tarif bezahlt werden? Das scheint sich zumindest die Geschäftsführung zu denken, wenn sie jetzt versucht, erneut die Tarifeinigung zu
untergraben.

Wir als Linke stellen uns klar hinter alle Beschäftigte! Der Pflegesektor ist chronisch unterbezahlt und insbesondere das Klinikum fällt oft negativ auf. Jetzt auch noch die Löhne runterzudrücken und den Beschäftigten, insbesondere den Hebammenschülerinnen, eine faire Bezahlung zu verweigern, ist der völlig falsche Weg und zeigt, wie weltfremd die Geschäftsführung sich wieder mal verhält. Mit einem riesigen Loch vor der Haustür, was monatlich tausende Euros schluckt, sind die Beschäftigten in der Geburtenstation der völlig falsche Ansatz, um Gelder einzusparen.