Filmvorführung "Kein Land für Niemand" im Pumpwerk
Bündnis aus linken Parteien und zivilgesellschaftlichen Organisationen zeigt den Film „Kein Land für Niemand“ im Pumpwerk mit anschließender Podiumsdiskussion
Am 24.01.2026 zeigte ein Bündnis aus den Parteien Die Linke, MLPD und Die PARTEI, sowie den Omas gegen Rechts, der Afrika Union und Personen aus der Antifaschistischen Szene in Wilhelmshaven und Umgebung den Dokumentarfilm „Kein Land für Niemand“ im Pumpwerk in Wilhelmshaven.
Der Film zeigt Rettungseinsätze auf dem Mittelmeer und beleuchtet umfassend den entmenschlichenden und vielfach faktenfernen Diskurs um Flucht und Migration in Deutschland und der EU.
Trotz des Wintereinbruchs kamen mehr als 100 Leute, um sich den Film anzusehen. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion, die durch Jan Bredol von Radio Jade moderiert wurde, fanden Wilma Nyari von der Afrika Union, Cornelia Kittlaus vom Kreisverband der Linken, Heide Grünefeld der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Varel und Conrad von Pentz von der MLPD deutliche Worte für eine Abkehr der Abschottungspolitik der derzeitigen und vorangegangenen Regierung hin zu einer humanen Migrationspolitik. Ein Vertreter der Partei Die PARTEI musste die Veranstaltung aus gesundheitlichen Gründen leider vorzeitig verlassen. Während der Diskussion auf dem Podium wurden auch immer wieder Stimmen aus dem Publikum gehört, dass sich aus den unterschiedlichsten Menschen zusammensetzte.
Das Fernbleiben der eingeladenen Kreisverbände von B90/Die Grünen sowie der SPD und den Ratsmitgliedern der Stadt wurde bei den Podiumsteilnehmenden und im Publikum als deutliches Signal gewertet, dass auch die Basis dieser Parteien sich zunehmend von humanistischen Werten verabschieden und die Positionierungen der Ratsmitglieder für sozialen Zusammenhalt unglaubwürdig sind. Bei den Anwesenden war indes eine große Bestürzung und Frustration zu spüren, wie politische Entscheidungsträger*innen von Grünen und SPD diese Zustände nicht nur dulden, sondern unterstützen und sogar voranbringen können, in dem Wissen, dass tausende Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, auf dem Mittelmeer sterben, Ankommende systematisch in der EU entrechtet werden und Diskurse in der politischen Mitte mit Desinformation und Rassismus geführt werden. Einen wirklichen Einsatz für Geflüchtete sehen die Teilnehmenden auch in Wilhelmshaven nicht, wo erst im letzten Jahr die Arbeitspflicht für Asylbewerber*innen eingeführt wurde, die vermutlich den in Artikel 4 der EU-Menschenrechtskonvention verbotenen Tatbestand der Zwangsarbeit erfüllen dürfte. Die Teilnehmenden beklagten ein Gefühl der Ohnmacht und Verzweiflung angesichts eines Systems der Entrechtung, Unterdrückung und Bedrohung von Menschen, die nichts anderes wollen, als in Freiheit, Selbstbestimmung und Frieden zu leben.
Doch es erschien auch immer wieder ein Funken der Hoffnung, der nicht zuletzt durch Aktionen wie diese am Leben erhalten wird. Die Solidarisierung von Menschen, die nicht in allem einer Meinung sind, aber sich gemeinsam für eine offene Gesellschaft einsetzen, für humanistische Werte und eine Politik, die das Wohl von Menschen, von allen Menschen, in den Mittelpunkt ihrer Entscheidungen stellt, war am Ende die Hoffnung, die die Teilnehmenden nicht aufgeben wollten.
Zitat Cornelia Kittlaus (Kreisvorsitzende Die Linke Wilhelmshaven): „Wir waren uns einig: Der Kampf um Menschlichkeit darf nicht aufgegeben werden und wir werden weiterkämpfen, für die, die von der herrschenden Politik nichts Gutes mehr zu erwarten haben.“
