Pressemitteilung der Partei Die Linke Kreisverband Wilhelmshaven anlässlich des „Jugendteilhabeatlas 2025“
Gleiche Chancen für alle Kinder und Jugendlichen – bundesweit und vor Ort!
Die jüngsten Ergebnisse des Teilhabe-Atlas für Kinder und Jugendliche, veröffentlicht vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Wüstenrot Stiftung, zeigen erneut auf, wie stark die Zukunftsaussichten junger Menschen in Deutschland vom Wohnort abhängig sind. Besonders betroffen ist die Stadt Wilhelmshaven, wo die Rahmenbedingungen für Kinder und Jugendliche als besonders ungünstig beschrieben werden.
Die Ungleichheit bei den Teilhabechancen ist ein strukturelles Problem, das durch die bundespolitische Vernachlässigung sozialer Gerechtigkeit und die klammen Kassen der Kommunen verstärkt wird.
Die Stadt Wilhelmshaven wird aus ihrer Misere jedoch nicht herauskommen, wenn sie nicht anfängt, das Leben der jungen Menschen vor Ort zu verbessern. Die besten Voraussetzungen für eine florierende Stadt sind gut gebildete, sozial involvierte und zufriedene junge Erwachsene.
Daher müssen in Wilhelmshaven gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern:
✓ Bessere Bildung, sowie bedarfsgerechte Schul- und Kitaplanung
Klassengrößen müssen begrenzt, Inklusionsmaßnahmen gefördert und Schulen saniert und erweitert werden. Jeder Abbau von Bildungsangeboten schadet mehr, als dass er durch kurzfristige Haushaltsentlastungen nutzt. Außerdem müssen Unternehmen in die Pflicht genommen werden, damit Ausbildungs- und Betreuungsplätze entstehen und Auszubildende nicht zu billigen Arbeitskräften degradiert werden.
Des weiteren muss Bildung und Arbeit inklusiv werden. Mitarbeitende in Werkstätten müssen gerecht entlohnt und exkludierende Systeme überwunden werden. Schul- und Arbeitswege sollten so barrierearm wie möglich werden. Die „Schule für alle“ sollte das erklärte Ziel sein.
Zudem fordern wir eine Einstellungs- und Bildungsoffensive für pädagogische Fachkräfte, sowie den Ausbau der Kitas. Die aktuellen Zustände sind untragbar. Wir
finden es unmöglich, dass die wirtschaftliche Lage nie mit der Versorgung von Kindern und Jugendlichen zusammengedacht wird. Betreuungsplätze sichern Arbeitsplätze, gute Bildung schafft gute Fachkräfte!
✓ Mitbestimmung ermöglichen
Die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Vereinen, Jugendhilfe und anderen lokalen Akteuren muss intensiviert werden, um ganzheitliche Unterstützungssysteme aufzubauen. Dazu gehört auch, betroffene Personen und Vertreter*innen in die jeweiligen Ausschüsse einzuladen und beispielsweise dem Jugendparlament oder den Beiräten Stimmrecht zu geben. Wir müssen mit Betroffenen sprechen, nicht über sie.
✓ Teilhabeprojekte initiieren und umsetzen
Ob Queeres Zentrum oder Seipelhalle, im Rat werden Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen berühren, immer wieder aus Geldmangel verschoben oder direkt eingestampft. Wir fordern die Entscheidungsträger*innen auf, Platz für echte soziale Verbesserungen zu machen, statt ständig Prestigeprojekte in den Mittelpunkt zu stellen. Die Bedürfnisse von benachteiligten, migrantischen und behinderten Menschen sollten dabei besonders beachtet werden. Investitionen in soziale Infrastruktur wie Schulen, Sportanlagen und Kulturzentren sind notwendig, um attraktive und sichere Freiräume für junge Menschen zu schaffen und Begegnung zu ermöglichen. Kontakt und Aufklärung müssen Hand in Hand gehen, um gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.
Die Linke Kreisverband Wilhelmshaven
Kontakt: vorstand@dielinke-whv.de
Ansprechpartnerin: Cornelia Kittlaus
Telefon (privat): 0170 6940055
